Thursday, 22. january 2009 4 22 /01 /Jan. /2009 17:28
Über niemanden lästerte der "Máximo Líder" im Ruhestand so gerne wie über den Erzfeind Bush. Jetzt hat sich Fidel Castro erstmals zum neuen US-Präsidenten geäußert - und Obama für seine Ehrlichkeit gelobt.
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Schon der Slogan des Internet-Portals Cuba Debate ist ein Seitenhieb auf den Erzfeind: "Gegen den medialen Terrorismus", lautet er. Absicht der Betreiber ist nach eigenem Bekunden, die "terroristischen Aktionen anzuklagen, welche die USA seit mehr als 40 Jahren gegen unser Land organisieren und finanzieren."

Zu den fleißigsten Autoren des Portals gehört der abgetretene Staats- und Regierungschef. Unter der Überschrift "Reflexionen von Fidel" finden sich nicht weniger als 182 Einträge. Die Themenvielfalt reicht von "Christen ohne Bibel" über "Die Ölrechnung und die Entwicklung" bis hin zu "Die Menschenrechte, der Sport und der Friede". Fidel Castros Lieblingsthema aber ist eindeutig: Immer wieder widmet er sich dem Erzfeind USA, die Beiträge heißen "Das Gespenst des Weißen Hauses" oder "Der liebe Gott hat mich vor Bush beschützt".


Auch nach seinem Rücktritt im Februar 2008 meldet sich Fidel Castro häufig zu Wort

Doch nun ist Bush nicht mehr im Amt und Castro wendet sich umgehend seinem Nachfolger zu. "Das Treffen mit Cristina" ist sein Beitrag vom Mittwoch überschrieben, in dem er von einer Unterredung mit der argentinischen Präsidentin Cristina de Kirchner berichtet. Dieser machte Castro zunächst nach eigenen Angaben die "historische Bedeutsamkeit" der Tatsache deutlich, dass auch zehn US-Präsidenten über 50 Jahre "trotz der immensen Macht dieses Landes nicht die kubanische Revolution zerstören konnten."

Dann kam er auf jenen Mann zu sprechen, der nach Castro'scher Zeitrechnung "elfter Präsident seit dem 1. Januar 1959", also dem Zeitpunkt seiner Machtübernahme, ist. Er "habe nicht den geringsten Zweifel an der Ehrlichkeit", mit der Obama seine Gedanken äußere, schreibt Castro.


Am selben Tag wie Castros Obama-Lob veröffentlichte Cuba Debate zudem einen Beitrag des argentinischen Politologen Atilio Boron. Dieser tut die Wahl des ersten schwarzen US-Präsidenten als reines Ablenkungsmanöver ab: "Etwas muss sich ändern, in diesem Fall die Hautfarbe, damit sich das Imperium nicht verändern muss."

aus ftd.de

von s.g. samorus (The Layman)
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