Tuesday, 20. january 2009 2 20 /01 /Jan. /2009 12:32
Aufzählung Sozialminister verspricht baldige Mindestsicherung.



Wien. In Österreich leben nach wie vor etwa eine Million Menschen in Haushalten mit Einkommen unter der Armutsgefährdungsgrenze (893 Euro bei Einpersonenhaushalten). Gleichzeitig steigt der Reichtum. Das Geldvermögen wurde in den letzten zehn Jahren auf fast 2,155 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. 70.000 Dollar-Millionäre (plus 17 Prozent gegenüber 2003) gibt es in Österreich.

Dies geht aus dem am Montag veröffentlichten zweiten Armuts- und Reichtumsbericht der Österreichischen Gesellschaft für Politikberatung und Politikentwicklung hervor. Steigend ist die Zahl jener Menschen, die trotz eines Jobs armutsgefährdet sind, die sogenannten "working poor": Sie beträgt rund 230.000 (plus zwölf Prozent gegenüber 2003).


Die Armutsgefährdungsquote liegt seit Jahren konstant hoch zwischen 12 und 13 Prozent, erklärte Politikberater Andreas Höferl in einer Pressekonferenz. Armut betrifft vor allem Arbeitslose, kinderreiche Familien, Alleinerzieher und Migranten. Eine Ursache für Armutsgefährdung ist auch der Anstieg atypischer Beschäftigung. Nur noch 57 Prozent der Beschäftigten sind ganzjährig in Vollzeitbeschäftigung.


Sozialwissenschafter Emmerich Tálos kritisierte die Steuerpolitik, es gebe eine "Schieflage" im Steueraufkommen: "Menschen mit weniger Einkommen zahlen die Umverteilung." Für Tálos ist die bedarfsorientierte Mindestsicherung "unumgänglich".

Sozialminister Rudolf Hundstorfer versprach, dass die Mindestsicherung "so rasch wie möglich" umgesetzt werden soll.

aus wienerzeitung.at

von s.g. samorus (The Layman)
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